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Schmerzen verstehen – Regulation verändern

Wie Methoden des Lao An Systems das Schmerzerleben beeinflussen können

Schmerz ist real. Gleichzeitig ist Schmerz nicht nur ein direktes Abbild dessen, was im Gewebe geschieht. Er ist eine persönliche sensorische und emotionale Erfahrung, die in unterschiedlichem Maß durch biologische, psychologische und soziale Faktoren beeinflusst wird.

Das bedeutet nicht, dass Schmerzen „nur psychisch“ wären. Es bedeutet vielmehr, dass körperliche Strukturen, Nervensystem, Aufmerksamkeit, Gefühle, Stress, Bewegungserfahrungen und persönliche Einschätzungen zusammenwirken können.

Genau an diesem Zusammenspiel setzt das Lao An System® an. Das Lao An System versteht sich als körper- und wahrnehmungsbezogenes Angebot im Umfeld moderner multimodaler Schmerztherapie. 

Im LAS wird Schmerz nicht als isoliertes Symptom betrachtet. Das Training setzt bei Bedingungen an, die das Schmerzerleben, die körperliche Belastung und die persönliche Handlungsfähigkeit beeinflussen können

Wenn Schmerzen länger anhalten

Akuter Schmerz kann eine wichtige Warn- und Schutzfunktion erfüllen. Länger anhaltende Schmerzen können sich jedoch zunehmend von der ursprünglichen Belastung oder Verletzung lösen. Chronischer Schmerz wird üblicherweise als Schmerz bezeichnet, der länger als drei Monate anhält oder wiederkehrt.

Im Laufe der Zeit können sich durch diese Dauerbelastung verschiedene körperliche und psychische Prozesse verändern und gegenseitig beeinflussen:

  • Muskuläre Schutz- und Spannungsmuster

  • Atmung und Bewegungsorganisation

  • Aufmerksamkeit und Schmerzerwartung

  • Vertrauen in den eigenen Körper

  • Emotionale Belastung und innere Alarmbereitschaft

  • Aktivität und erlebte Selbstwirksamkeit

Diese Veränderungen sind bei jedem Menschen unterschiedlich. Sie können sich jedoch gegenseitig verstärken und einen Kreislauf aus Schmerz, Spannung, Unsicherheit und eingeschränkter Bewegung aufrechterhalten.

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Wahrnehmung, Spannung und Körperorganisation

Die Wahrnehmung innerer körperlicher Vorgänge wird als Interozeption bezeichnet. Im Lao An System wird sie genutzt, um unter anderem zu spüren:

  • Wo und wie unnötige Spannung entsteht

  • Wie sich Druck und Belastung verteilen

  • Wie Atmung, Haltung, Kraft und Gleichgewicht zusammenwirken

  • Wann der Körper in einen Alarmzustand gerät

  • Welche Veränderungen Entlastung und mehr Stabilität erzeugen

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Das Ziel besteht nicht darin, sich immer stärker auf den Schmerz zu konzentrieren. Die Wahrnehmung wird vielmehr erweitert: Neben dem Schmerz werden auch Entlastung, Beweglichkeit, Ruhe, Kraft und Veränderbarkeit wieder zugänglich.

Abstraktes Planetenleuchten

Atemarbeit:
Regulation, Lösung und Stabilisierung

LAS-Atemarbeit wird eingesetzt, um die Regulation körperlicher und emotionaler Erregung zu unterstützen, meditative Zustände zu vertiefen und die Organisation des Rumpfes zu verändern.

Eine spezielle Atemtechnik ("LAS Ming-Men-Atmung") bezieht den Bereich der unteren Wirbelsäule ein und verbindet dort Lösung mit innerer Stabilisierung. In der fortgeschrittenen Anwendung (Partnerarbeit/Innere Kampfkunst) kann sie zugleich als Jin-Trigger dienen. Die Methode ist eine LAS-spezifische Entwicklung und wird individuell vermittelt.

Dabei verbinden sich drei Prozesse:

Lösung – Entlastung – Stabilisierung

Der Atem wird gezielt beeinflusst und eingesetzt, um:

  • Psychische und emotionale Erregung zu reduzieren

  • Die Aufmerksamkeit nach innen zu führen

  • Meditative Zustände zu erreichen

  • Atem- und Spannungsmuster zu verändern

  • Den Rumpf neu zu organisieren

  • Entspannung und Stabilität miteinander zu verbinden.

Atemarbeit ist im Lao An System weit mehr als eine allgemeine Entspannungstechnik. Sie dient der Regulation körperlicher und emotionaler Erregung, der meditativen Vertiefung sowie der Veränderung von Atem-, Spannungs- und Haltungsmustern.

Erfahrung von neuer Bewegungsqualität

Schmerz kann zu der Erwartung führen, dass bestimmte Bewegungen zwangsläufig gefährlich sind oder Beschwerden verstärken werden.

Dadurch werden Bewegungsräume immer kleiner.

Im LAS Training entstehen kontrollierte Erfahrungen, bei denen unmittelbar erlebbar werden kann:

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  • Eine Bewegung funktioniert leichter und schmerzfreier als erwartet.

  • Stabilität entsteht ohne übermäßige Spannung.

  • Belastung kann anders verteilt werden.

  • Der Körper verfügt über mehr Handlungsmöglichkeiten als erwartet.

  • Eine bislang gemiedene Bewegung fühlt sich sicherer an.

Was sich verändern kann:

Durch die Übungen können neue körperliche Möglichkeiten unmittelbar erfahrbar werden: weniger unnötige Spannung, mehr Bewegungsfreiheit, eine veränderte Stabilität und ein differenzierteres Körpergefühl.

Mögliche Veränderungen sind:

  • Unnötige Spannung wird erkannt und kann gelöst werden

  • Größere Bewegungsfreiheit

  • Eine differenziertere Wahrnehmung des eigenen Körpers

  • Mehr Stabilität und Vertrauen

  • Eine stärkere erlebte Selbstwirksamkeit

  • Ein veränderter Umgang mit bestehenden Beschwerden

Welche Veränderungen entstehen, hängt von der persönlichen Ausgangssituation, der Ursache und Dauer der Beschwerden sowie der individuellen Übungspraxis ab.

Die Erfahrung zeigt etwas Konkretes:

Der eigene körperliche Zustand ist in Teilen beeinflussbar – auch durch Aufmerksamkeit und innere Ausrichtung.

Grenzen und medizinische Abklärung

Neue, starke, ungeklärte oder deutlich zunehmende Schmerzen sollten medizinisch untersucht werden. Das Lao An System® ersetzt weder eine ärztliche Diagnostik noch eine notwendige Behandlung. Nach medizinischer Abklärung kann es ergänzend eingesetzt werden, um Körperwahrnehmung, Spannungsregulation und individuell angepasste Bewegungserfahrungen zu fördern.

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