

Das Lao-An-System nutzt unterschiedliche Methoden und Techniken, um funktionelle Zustände und die ihnen zugrunde liegenden Prinzipien zu entwickeln.Das Wirkmodell zeigt die übergreifende Logik des Systems. Das Entwicklungsmodell beschreibt den Weg, auf dem diese Prinzipien erfahren, integriert und in der Interaktion überprüft werden.

Wirbelsäule, Atmung und Flüssigkeitsdynamik
Die Organisation unseres Körpers beeinflusst neben Haltung und Bewegung auch die mechanischen Bedingungen, unter denen unsere Gewebe arbeiten und versorgt werden.
Im Lao An System entwickeln wir durch gezielte Spannungsregulation, funktionelle Gelenkausrichtung und fortlaufende Ganzkörper-Mikrokoordination eine elastische, anpassungsfähige Körperorganisation. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Wirbelsäule, ihrer Entlastung und dem Erhalt der Bewegungsfreiheit ihrer einzelnen Segmente.
Selbst im äußerlich ruhigen Stand finden kontinuierlich kleine Anpassungen statt. Gelenkstellungen verändern sich, Spannungen werden umverteilt und Belastungen aufgenommen und wieder abgegeben. Diese Vorgänge lassen sich durch differenzierte Körperwahrnehmung zunehmend genauer beeinflussen.
Auch für die Flüssigkeitsdynamik des Körpers sind solche Prozesse von Bedeutung.
Wechselnde Belastung und Entlastung bewirken Flüssigkeitsverschiebungen im Gelenkknorpel und unterstützen dort den Stoffaustausch. Muskelaktivität fördert den venösen Rückstrom und den Lymphtransport. Auch die Atmung beeinflusst innere Flüssigkeitsbewegungen. MRT-Untersuchungen zeigen, dass insbesondere die abdominale Atmung die Bewegung der Cerebrospinalflüssigkeit (Liquor) im Spinalkanal deutlich verändern kann.
Studien zu Tai Chi, Qi Gong und verwandten Atempraktiken liefern zusätzliche Erkenntnisse über die Zusammenhänge zwischen gezielter Körperregulation und physiologischen Prozessen.
Im LAS verbinden wir eine möglichst freie Wirbelsäulenorganisation mit präziser Spannungsregulation, funktionellen Kraftflüssen und abdominaler Atmung. Die fortlaufenden Belastungs- und Spannungswechsel können günstige Bedingungen für die Verteilung mechanischer Kräfte sowie für physiologische Transport- und Austauschprozesse schaffen.
Diese Zusammenhänge sind insbesondere für die Gesundheitsprävention, die Rehabilitation und den Umgang mit Rücken- und Gelenkbeschwerden interessant.
Die beschriebenen physiologischen Mechanismen sind wissenschaftlich untersucht. Die spezifischen Auswirkungen der LAS-Mikrokoordination auf die einzelnen Flüssigkeitssysteme sind bislang noch nicht gesondert erforscht.

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